WordPress Joomla CMS – kinderleicht zu bedienen?

Wordpress CMS kinderleicht zu bedienen

WordPress – aber auch andere Contentmanagementsysteme (CMS) wie Joomla oder TYPO3 – sollen ja kinderleicht zu bedienen sein. Ich weiß zwar nicht, wer dieses Gerücht in Umlauf gebracht hat, Tatsache ist aber, dass viele Menschen es glauben. Die Realität sieht leider anders aus, die Wahrheit ist etwas komplexer: Ein CMS ist deutlich leichter zu bedienen, als alle anderen Möglichkeiten im Web zu publizieren. Kinderleicht ist es aber nicht. Grundkenntnisse in HTML sind in jedem Fall von Vorteil. Und ob man jetzt WordPress nimmt oder ein anderes CMS, ist im Grunde vollkommen gleich. Denn eventuelle Probleme bei der Bedienung liegen in der Grundstruktur des CMS-Gedankes. Der folgende Artikel fühlt dem Thema auf den Zahn.

Da ich täglich Webseiten erstelle und täglich mit der Realität meiner Kunden konfrontiert bin, weiss ich, wovon ich spreche: Kein CMS ist kinderleicht zu bedienen. Gar keines. Weder WordPress, noch Joomla, noch TYPO3. Dafür gibt es einige Gründe und glücklicher Weise auch einige Lösungsansätze.

WordPress ist nicht kinderleicht – was sind die Gründe?

1) Die Informationsmenge:
Der wesentlichste Grund warum ein CMS wie WordPress nicht wirklich kinderleicht zu bedienen sein kann, das ist die Menge an Möglichkeiten, die es bietet. Da sollen z. B. die unterschiedlichsten Designs dargestellt werden. Eine Startseite, verschiedene Unterseiten, die eventuell verschiedenen Themenbereichen angehören, Ein Kalender, Hauptüberschriften, Überschriften zweiter Ordnung, Links, Listen., Bilder… Es gibt Menüs, Es gibt Dinge, die man in der Sidebar abstellt, Informationen für den Footer. Vielleicht sollen die Hintergründe – je nach Themengebiet – unterschiedliche Bilder zeigen. Usw. usw….

Die Menge an Informationen und Informationsarten, die eine Webseite anbietet, kann enorm sein, da kann es schon vorkommen, dass man sich – egal ob Laie oder Profi- im eigenen CMS nicht mehr zurechtfindet.

2) Die HTML-Editoren
Ein weiterer Grund warum ein CMS nicht kinderleicht zu bedienen ist, das ist HTML. Webseiten sind in HTML geschrieben, daran führt kein Weg vorbei. Laien können meist kein HTML. Diese Diskrepanz wird (angeblich) dadurch gemildert, dass jedes CMS einen HTML-Editor an Bord hat. Der HTML-Editor soll das Bindeglied zwischen der Eingabe durch Laien und dem HTML sein. Schön ausgedacht – in der Theorie – hat dieses System leider nur einen Fehler: Es funktioniert nicht. 😉 Ich kenne keinen HTML-Editor, der bei einem CMS an Bord ist und der wirklich gut funktioniert. Warum weiss ich nicht. Die Menschheit will zwar demnächst auf den Mars fliegen, aber grundlegende Dinge – wie eben HTM-Editoren – sind noch immer auf dem Niveau von 1850 oder 1880. Nicht viel besser als eine Schreibmachine. Wie das zusammenpasst ist mir persönlich nicht klar.

Allerdings kann man bei allen CMS das Grundmodell durch Plugins ein wenig aufpeppen. Damit kann man einiges verbessern.

3) Die Themes/ Templates:
Ein es der Argumente für ein CMS ist es ja, dass man mit einem CMS sich die eigene Webseite leicht selbst designen kann. Dazu gibt es mittlererweile Themes oder Templates, die fast alles können und die man einfach durch Mausklicks konfigurieren kann. Was sich toll liest und für die Verkäufer dieser Themes sicher schön ist, das ist weniger schön für die Nutzer. Die landen dann häufig bei mir und beklagen sich darüber, dass das Theme XY so gar nicht das kann, was ihnen versprochen wurde und ob ich nicht helfen könne.

OK, meistens kann ich helfen, aber meistens erst nachdem ich mich stundenlang in das jeweilige Theme und seine spezifische Struktur eingelesen habe. Wenn aber selbst ich – als Webprofi – mich erst stundenlang einlesen muss: Wie soll so etwas dann bitte für Laien funktionieren? Die Antwort ist einfach: Es funktioniert nicht! Meistens ist es besser – und billiger – wenn ich eine Webseite individuell programmiere. Dann kann ich nämlich zu 100& auf die Wünsche der Kunden eingehen und die Programmierung genau so machen, wie sie es sich vorstellen, dass es sein soll. DANN ist die Bedienung auch nicht wirklich einfach, aber sie ist DEUTLICH EINFACHER als alles andere.

Ich selbst benutze dabei übrigens immer WordPress, weil es eben so (relaltiv) einfach zu bedienen ist. Aber es geht im Grunde genau so mit einem anderen CMS, das individuell programmiert und konfiguriert wurde.

Fazit:
Ein individuell programmiertes CMS ist deutlich einfacher zu bedienen als eines, das “alles” kann. Insbesondere wenn man einen erweiterten Editor mit an bord nimmt. Trotzdem sollte man als Redakteur die wichtigsten HTML-Tags zumindest kennen: <h1>, <h2>, <h3>, <p> <span>, <br>, <img> <ul> und <li>Wenn diese Ausdrücke keine böhmischen Dörfer sind,  kann das die alltägliche Arbeit deutlich erleichtern!

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