Den richtigen Webdesigner für die neue Webseite finden – die Homepage gut planen

Webdesign für neue Homepage oder Webseite

Checkliste Webdesigner für neue HomepageEinen Webdesigner benötigen die meisten Freiberufler, Selbständigen und KMUs eher selten, lediglich alle paar Jahre steht das leidige Thema “neue Homepage” an. Gute Planung bei Design und Wahl der Partner wären besonders wichtig, aber Hand aufs Herz: Welche One Man Band, welche One Woman Show oder welcher Familienbetrieb hat eine Werbeabteilung? Die Lösung des Problems ist also nicht ganz so einfach, ich bemühe mich aber in diesem Text alle potentiellen Fallstricke, die ich in den vielen Jahren meiner Berufserfahrung beobachten konnte, zusammen zu fassen und und Lösungswege zu beschreiben.

Wer nicht alle Infos benötigt oder es eilig hat, kann auch einfach die Checkliste (rechte Seite) herunter laden und abarbeiten, dort gibt es auch verweisende Links. Wenn Sie alles beachten, sollte bei Ihrem nächsten Webprojekt nichts mehr schiefgehen. Im Zweifelsfall fragen Sie mich, ganz unten gibt es ja die Kommentarfunktion. Ich bemühe mich zeitnahe zu antworten.

Das grundsätzliche Problem beim Projekt “neue Webseite, neue Homepage”:

Bei dem Projekt „Neue Homepage“ prallen zwei Welten prallen aufeinander: Sie sind vielleicht Psychologin, Zahnarzt, oder betreiben eine Rechtsanwaltskanzlei. Ihr Fachgebiet ist daher weder HTML, noch CSS oder PHP; auch von Hosting, oder SEO wissen Sie vergleichsweise wenig. Das sind aber genau die Themen von denen Ihr Webdesigner oder Ihre Webdesignerin etwas versteht. Die Chance, dass sie aneinander vorbei reden werden, ist also extrem hoch. Im schlimmsten Fall wird Ihnen Ihr Gegenüber das Blaue vom Himmel versprechen, Sie werden es vielleicht nicht verstehen, sondern einfach nur abnicken. Das ist menschlich und verständlich, leider aber trotzdem gefährlich. Denn ob sie dann auch erhalten, was Sie sich vorgestellt haben, werden Sie erst später herausfinden. Meistens ist “später herausfinden” aber ein Synonym für “es wird teuer” denn die Vorstellungen der beiden unterschiedlichen Partner decken sich selten.

Wenn man die Umsetzung der neuen Webseite aber korrekt plant und dieses Problem von vorne herein bedenkt, kann die Realisierung der neuen Homepage aber auch eine erfreuliche Aktivität sein. Klicken Sie auf die vier Bereiche und ein Fenster mit detaillierten Beschreibung des Themas öffnet sich.

Der erste Schritt zur neuen Webseite: Planung

Wenn Sie eine (neue) Homepage haben wollen, sollten Sie sich zuerst ein Mal darüber klar werden, was Sie eigentlich wollen. Auch wenn Ihnen Praxis und technischer Hintergrund fehlen können Sie das tun. Am besten Sie surfen zunächst ein Mal sehr viel, sehen sich die Seiten Ihrer Mitbewerber an, überlegen welcher Stil Ihnen gefällt usw. usw. Sie legen sich eine Liste von tollen Webprojekten an.

Danach überlegen Sie, welche Elemente für das neue Design verpflichtend sind. Falls Sie ein Logo haben, bestimmte Farben in Ihrem Briefpapier verwenden oder bereits Flyer, Broschüren oder Ähnliches verwenden, werden Sie diese Unterlagen auch für Ihre Webseite nutzen wollen.

Im nächsten Schritt der Vorbereitungsarbeiten überlegen Sie genau, welche Funktionen Ihre Webseite haben soll. Hier einige klassische Möglichkeiten:

  • Ihre Homepage soll eine einfache Darstellung Ihres Angebots bieten: Arbeitsschwerpunkte, Ihre Ausbildung, Ihre Mitarbeiter, Öffnungszeiten, Anfahrtsplan etc. Dieser Punkt trifft für nahezu alle Webprojekte zu.
  • Ihre Webseite soll auch die täglichen Arbeiten erleichtern. Über Formulare können Sie Daten erfassen, Ihre Kunden, Patienten oder Klienten in Bereiche gliedern, Sie können im Downloadbereich Dokumente zur Verfügung stellen, anstatt sie persönlich per Mail zu verschicken. (S. Bild)
  • Ihre Webseite kann auch Dinge verkaufen, ohne dass Sie gleich einen Webshop haben. Im Bild rechts sehen Sie z. B. dass die Schauspielschule „Schott Acting Studio“ Buchungen über die Webseite annimmt.
  • Zwei einfache Beispiele für Arbeitsvereinfachungen: Buchungen bzw. Formularuploads über eine Webseite. Zum Vergrößern bitte klicken.
    Beispiel für einen Formularupload auf der Webseite von Schott Acting StudioBeispiel für einen Buchungstool auf der Homepage des Schott Acting Studios

  • Ihre Homepage kann auch zur Akquise eingesetzt werden. Wenn Sie z. B. einen Blog betreiben ist das ein tolles Instrument der Kundengewinnung. Oder SEO: Über SEO kommen Sie auch sehr gut ans Neukunden heran.
  • Sie können mit einem Blog auch vereinfacht mit Ihren Kunden kommunizieren. Anstatt bei jeder Anfrage die selbe Nachrichten per Mail zu verschicken, können Sie auch Blogartikel zu populären Themen schreiben und die Links an ihre Kunden verschicken.

OK, Sie sehen schon. Die unterschiedlichen Möglichkeiten Ihre Webseite zu nutzen sind sehr unterschiedlich und Sie sollten sich möglichst detailliert überlegen, was Sie mit Ihrer Homepage erreichen wollen.

Schritt zwei: Webdesigner suchen

Wenn Sie - wie in Schritt eins beschrieben - bereits grob wissen, was Sie mit der neuen Homepage machen wollen, werden Sie jemanden benötigen, der das für Sie umsetzt. Natürlich können sie die Realisierung auch selbst machen, im Web finden Sie ja überall „einfache“ „DIY Angebote“. Wenn Sie nicht die Zeit haben, Unmengen von Projekten in den Sand zu setzen, bevor etwas wirklich klappt, ist es eventuell ressourcenschonender jemanden zu beauftragen. Die Frage ist: Wen?

Am besten Sie fragen Ihre Freunde und Bekannten, suchen über Suchmaschinen, in Foren etc. Hier einige Links:
- http://forum.wpde.org/jobboerse
- https://www.xing.com/communities/forums/100658998
- https://dasauge.de/jobs/stellenangebote/
- http://www. linkedin.com

Sobald Sie eine Reihe von möglichen Designern haben, sehen Sie sich deren Webseiten an und überlegen, bei wem wohl „Chemie“, Arbeitsweise und visuelle Vorstellungen am meisten passen. Manche arbeiten lieber mit Designerinnen zusammen, andere mit Designern, manche wollen persönliche Kontakte, andere arbeiten lieber über Skype oder Telefon… Egal. Alles ist möglich. Wichtig ist nur eines: Sobald Sie eine überschaubare Zahl von Kandidaten haben, kontaktieren Sie die einzelnen Anbieter.

Ein wichtiges Detail in dem Zusammenhang: Meiden Sie Designer, die vor allem in Bereich "Print" arbeiten, wenn Sie eine Webseite in Auftrag geben, sehen Sie das Portfolio gezielt nach Webseiten durch. Designer, die ein Mal im Jahr (!) auch (!) eine Webseite machen, haben in den seltensten Fällen ausreichend Erfahrung mit den Eigenheiten des Webs.

Sobald Sie jetzt mit den einzelnen Kandidaten in Kontakt sind, könnten Sie theoretisch ihr Projekt beschreiben, fragen was es kostet und dann jemanden beauftragen, der sympathisch erscheint, schöne Projekte realisiert und einen nachvollziehbaren Preis für die von Ihnen gewünschten Arbeiten anbietet. Diese Vorgangsweise wäre eigentlich logisch, ich hatte aber bereits auf ein anderes Problem hingewiesen: Wenn Sie mit einem Webdesigner reden, treffen zwei Welten, zwei Sprachen, zwei Wertesysteme aufeinander. Wenn Sie nicht vorher jede Menge Detailfragen klären, könnten später viele Probleme auftreten. Der nächste Schritt entscheidet also über den Erfolg Ihrer neuen Webseite.

Schritt drei: Details besprechen (Extrem wichtig!)

Eigentlich sollte man meinen, Sie hätten alles erledigt: Sie wissen was Sie wollen, zwei oder drei interessante Namen haben Sie sich auch herausgesucht... Was soll jetzt noch schief gehen? Meine Antwort lautet: ALLES kann jetzt noch schief gehen. Genau JETZT sind Sie am schwierigsten Punkt des Projekts angelangt.

Folgende Fragen sollten Sie vor Arbeitsbeginn klären. Da die Fragen wesentlichen Einfluss auf den Preis haben, können Sie erst nach der Klärung einen Vertrag abschließen und einen Preis erfahren. Für Sie und für Ihr Gegenüber bedeutet es viel Zeit, die Sie beide investieren müssen, bevor es zu einem realen Abschluss kommt. Eventuell ist es verlorene Zeit. Aber trotzdem: Diese Zeit muss sein. Machen Sie das nicht, ist die Chance unendlich groß, dass am Ende einer der beiden Partner frustriert ist. Meine Erfahrung: Lieber berate ich drei Stunden gratis als ein Projekt zu beginnen, ohne dass es bis ins letzte Detail vorgesprochen ist.

  • Wie häufig sollen in Zukunft Änderungen an der Webseite eingepflegt werden? Bleibt die Seite größtenteils unverändert und werden Änderungen nur vorgenommen, wenn es absolut notwendig ist (neue Adresse…) oder gibt es sehr häufig neue Inhalte?
  • Wer wird die Homepage in Zukunft betreuen und Änderungen auf der inhaltlichen Ebene einpflegen? Sie, der Webdesigner oder jemand Dritter? Wie gut beherrscht diese Person HTML und CSS? Ist ein komplexes Redaktionssystem notwendig oder reichen die Bordmittel aus
  • Wie häufig sollen neue Elemente auf der strukturellen Ebene eingepflegt werden: Neue Seiten, neue Menüpunke…?
  • Ist in Zukunft eine grundsätzliche Erweiterung geplant? Ein Shop, Ein Downloadbereich…? Wie könnte die Webseiaussehen? Wird es andere Sprachversionen geben?
  • Soll SEO ein wesentlicher Faktor Ihrer Akquise werden? Suchmnaschinenoptimierung ist toll und bringt viele Kunden. Sie müssen aber die Konzeption der gesamten Homepage von vorneherein darauf ausrichten. SEO ist nicht ein SEO-Plugin zu installieren, wenn bereits alles fertig ist. SEO ist ein eigenes Konzept, das man bereits von Anfang an bei der Konzipierung beachten muss.
  • Hosting: Hoster ist nicht Hoster. Wenn Sie eine Webseite ins Web stellen wollen, und die Webseite soll in den nächsten Jahren wenig und selten verändert werden, dann können Sie nahezu jedes Hostingangebot nutzen. Wenn Sie regelmäßige Veränderungen an der Webseite vorhaben, dann sollten Sie einen Hoster mit gutem Service wählen. Ich empfehle in dem Fall immer Domainfactory, andere Webdesigner haben vielleicht andere Präferenzen. Wenn Sie SEO intensiv betreiben wollen und in den Suchmaschinen gut gefunden werden wollen, dann sollten Sie überhaupt keinen der großen und bekannten Hoster wählen, sondern die Seite auf einem eigenen Server legen. Mehr Informationen über gutes Hosting sehen Sie in diesem Artikel.
  • "Sozialen Medien": Werden Sie Facebook & Co nutzen? Was soll der Facebookbutton genau tun, wenn er geklickt wird? Besucher sollen die Seite "liken" oder "sharen"? (Zwischen beiden Buttons liegen technische Welten!) Soll der Button dem deutschen Datenschutzgesetz entsprechen? (Dann wird es schwerer, machbar ist es.) Soll er einzelne Seiten "liken" bzw. "sharen", wenn man ihn auslöst oder das gesamte Projekt auf Facebook empfehlen? Dies sind nur einige der wesentlichen Fragen, die vorab geklärt werden müssen.
  • Responsive Design: Heute gibt es 100e von verschiedenen Ausgabegeräten. Es ist also wichtig zu klären, welcher Gerätetyp der wichtigste ist (z. B. Bürobildschirm) und wie die Webseite dann auf den anderen Gerätetypen aussehen soll. Am Smartphone oder am Tablet? Viele Dinge, die am Bürobildschirm möglich sind, sind am Handy nicht möglich. Entweder aus technischen Gründen oder aus schierem Platzmangel.
  • Welcher Browser soll die Webseite noch korrekt darstellen? Ältere Browser können modernes Design häufig nicht interpretieren. Es gibt 1000e von unterschiedlichen Kombinationen der Betriebssysteme, Gerätetypen und Browser. Alle können Sie nie perfekt abdecken. Daher müssen Sie Präferenzen vereinbaren.
Problem Premiumthemes/ fertige Designs

<ul>

<li>Fertige Designs (Premiumthemes) zum selbst Anpassen vs. individuell gecodete Lösungen: Dieses Problem ist ricky und passt nirgends rein. Daher bespreche ich es jetzt.

Manchmal wollen Kunden eine Homepage die auf einem Premiumtheme beruht, dass man im Web kaufen kann. Theoretisch könnten sie dann Farbanpassungen, Designänderungen etc. selbst vornehmen. Meine Erfahrung ist, dass das nur eingeschränkt stimmt. In der Realität sind diese Themes deutlich schwieriger zu bedienen als in der Beschreibung angegeben, der Support ist oft schlecht, häufig gibt es Probleme. Also eher Finger weg!

 

Ich arbeite aufgrund der schlechten Erfahrungen nur noch mit zwei Anbietern zusammen:

- <a href="https://www.elegantthemes.com/" target="_blank">https://www.elegantthemes.com/</a>
- <a href="https://www.elmastudio.de" target="_blank">https://www.elmastudio.de</a>

</li>

</ul>

Die Liste ist keinesfalls komplett, ich habe aber die wichtigsten Dinge zusammen gefasst, die mir im Laufe der letzten Jahre als Designer begehet sind. Haben Sie Anmerkungen? Bitte schreiben Sie mir neue Ideen oder Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!


Homepage vs. Webseite: Korrekt ist es eigentlich von einer Webseite zu sprechen, eine Homepage ist lediglich die Startseite eines Webprojekts. Obwohl er also nicht korrekt ist, hat sich der Begriff Homepage eingebürgert, ich verwende in diesem Text beide Wörter: Webseite und Homepage abwechselnd.

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2 Kommentare zu “Den richtigen Webdesigner für die neue Webseite finden – die Homepage gut planen

  1. Hat man sich dazu entschieden, seine Website durch einen Webdesigner erstellen zu lassen, geht es darum für welchen man sich entscheidet. Eine kleine Entscheidungshilfe bietet dabei Website-Anbieter-Test. Anhand eines kleinen Fragebogens wird der für dieses Vorhaben perfekte Webdesigner unverbindlich und kostenlos vergeschlagen. Somit erspart man sich die eigenhändige Recherche. Der Fragebogen befindet sich unter website-anbieter-test.de/profi

    1. Hallo Marcel, danke für den Kommentar. Man kann natürlich auch den Webdesigner fragen, der diese Seite hier betreut. Ich finde, er macht recht gute Arbeit. 😉

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