Fly Me To The Moon

Dass die aktuelle Situation unserer Welt besser sein könnte, ist eine Binsenweisheit. In dem Artikel beschäftige ich mich mit möglichen Szenarien der Verbesserung aus der Sicht der Introvertierten und Hochsensiblen. Die Lösung liegt nämlich – wer hätte es vermutet 😉 – nicht auf anderen Planeten, und auch nicht in neuen, grossartigen Technologien, sondern sie liegt ganz woanders. Ganz nahe übrigens. Sie liegt nämlich in uns.

Steven Hawkins spricht davon, dass die Menschheit auf alle Fälle die interstellare Raumfahrt weiter entwickeln müsse, denn unser Planet hätte ein Ablaufdatum. Und Elon Musk, der Mann hinter SpaceX und Tesla will den bemannten Flug zum Mars erschwinglich machen. Beide sehen die Zukunft der Menschheit also im All. Und beide sind pessimistisch, was die Situation auf der Erde angeht.

Wieso soll es aber im All besser werden, wenn die Menschheit bereits auf der Erde versagt hat? Wenn wir ins All expandieren, dann exportieren wir mit uns auch unsere ungelösten Probleme. Das ist wirklich keine sehr attraktive Option.

Wieso gibt es überhaupt Probleme?

Wieso es diese Probleme in unserer Welt überhaupt gibt, werde ich in einem Blogartikel wohl kaum ausreichend analysieren können. Trotzdem kann ich sagen, dass unser extrovertierter, lauter und hungriger Lebensstil ganz sicherlich dazu beiträgt, bestehende Schwierigkeiten eher zu verstärken als sie zu lösen. Haben wir zu wenig Platz, expandieren wir. Wir roden Urwälder oder besiedeln scheinbar unbewohnte Gegenden. Haben wir ein Problem, dann erzeugen wir ein Produkt, das das Problem löst. Wir produzieren Abfälle, weil wir in der Regel lieber was Neues kaufen als uns mit dem Alten ausreichend auseinander zu setzen. Wir überlegen nicht, wir handeln. Nichts wird gründlich gemacht, genutzt, gelöst. Schnell, schnell ist die allgemeine Devise. Schnell was Neues her, bevor das Alte, das Bekannte, das Vertraute zu intensiv genutzt wird. Schnell, schnell, schnell…

Autos, Kameras, Computer. Kaum sind sie gekauft, werden sie bereits gegen neue Geräte ausgetauscht. Jetzt kommen die Elektroautos und wir werfen alle unsere Benziner weg. Ein paar Jahre später kommen dann die selbstfahrenden Kisten und wir werfen wiederum die “veralteten” Elektroautos weg. Wieso überlegen wir nicht einfach besser, wo wir hinfahren und fahren deshalb weniger? Das ist auch ein Weg Emissionen einzusparen. Wir können unsere alten Autos auch sparsam fahren und das Klima auf ganz einfache Art schützen. Aber wir müssten – um dieses Ziel zu erreichen – etwas ganz Wesentliches tun: Wir müssten innehalten und für einen Moment unsere permanente Expansion ins Aussen zu stoppen. Wir müssten uns mit uns selbst beschäftigen, statt mit dem Aussen. Wer will das schon?

Unsere eigenen Fehler und Probleme, die wir ja andauernd ins Aussen tragen, damit sie uns im Aussen dann erscheinen und um so kräftiger um die Ohren gehauen werden, die sind es, die unser extrovertierter und unachtsamer Lebensstil permanent erzeugt. Extrovertierte, unsensible Menschen geben den Takt vor, und wir alle laufen hinterher.

Wie wäre es mit etwas mehr Introversion und Feingefühl? Würde das unsere Probleme lösen? Ich denke, ja. Zumindest wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Wieso müssen wir diese immer gleichen Muster weiterhin nutzen? Wieso können wir nicht gänzlich anders handeln? Introvertierter, feinfühliger. Wir müssen keine anderen Planeten besiedeln. Wir können auch unsere Probleme hier anpacken. Meditation ist zum Beispiel ein Weg ins Innere. Aber es gibt andere. Yoga, Tai-Chi, Religion… Es gibt viele Lösungen jenseits der Üblichen.

Warum muss der Massstab für “Normalität” unbedingt bei einem extrovertierten, egoistischen, nicht besonders feinfühligen Menschen in den so genannten “Entwickelten Staaten” liegen? Wieso ist der Maßstab nicht auf introvertierte HSP, die Bewohner Tibets oder des Amazonasbeckens skaliert? Wäre diese unsere “Norm”, dann hätten wir wohl viel weniger Probleme, die wir lösen müssen.

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