Das eigene Blog bekannt machen – eine Anleitung

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Sie beschäftigen sich beruflich mit einem interessanten Thema, das aber über keinen der klassischen Vorzüge medialer Verwertbarkeit verfügt. Weder produzieren Sie etwas, das dazu geeignet ist, mittels üppig ausgestatteter Blondinen vermarktet zu werden, noch hat Ihr Thema etwas mit Katzenbabys oder *ach so süssen* Hundewelpen zu tun. Es ist nicht skandalumwittert, kommt gut ohne Prominenz zurecht, lässt sich nicht gendern oder vegan produzieren und ist überhaupt furztrocken. Kurz: Sie haben ein wirklich interessantes Thema, das in unserer schönnen, neuen Plapperwelt wahrscheinlich komplett untergehen würde, wenn Sie nicht Gegenmaßnahmen ergreifen.

Wie ich bereits im Resümee der Blogparade angekündigt habe, beschreibe ich, wie man ein solches – furztrockenes – Thema mittels eines Blogs trotzdem bekannt machen kann. Bzw. wie Sie Ihr gesamtes (wahrscheinlich gleichfalls furztrockenen) Blog bekannt machen können. Hier die Anleitung und am Ende noch ein Tipp, der nirgendwo sonst steht.

Das eigene Blog bekannt machen – eine Anleitung in drei Schritten

OK, Sie haben also ein Business als Zahntechniker, Tischler (Schreiner) oder Grafikdesigner. Weiters haben Sie eine Webseite, die an Schwindsucht leidet. Gerade mal 3 Besucher pro Tag zählt ihr Analysetool zu Spitzenzeiten. Dabei stellen Sie doch immer Ihre besten Arbeiten auf der Webseite vor und bieten wirklich guten Kundenservice. Nur: Die anderen schreien eben lauter als Sie und trotz hoher Qualität kommt die Werbung über das Internet nicht so richtig in Schwung. Ein Blog muss also her, denn das haben Sie irgendwo gelesen: Mit einem Blog kann man die eigene Arbeit im Web sehr gut vermarkten.

Sie bloggen also viel und gut. Nur leider ließt niemand Ihre interessanten Tipps. Ärgerlich… Sehr, sehr ärgerlich! Dabei gibt es ein paar Tricks, die man beachten muss um als Blogger oder auch als Bloggerin Erfolg zu haben.

Die Grundlagen um das eigene Blog bekannt machen zu können:

Bevor wir jetzt zu den wirklich wichtigen Dinge kommen, klären wir lieber erst mal die Basics: Denn wenn Sie nicht gerne schreiben und sich zu jedem Blogartikel zwingen müssen, dann sollten Sie es lieber gleich bleiben lassen. Das Bloggen. Also. Beachten Sie bitte: Sie sollten:

  • Gerne und gut schreiben. Dass Sie gerne schreiben sollten ist klar, ein Blog in nun mal ein schriftliches Medium, wenn Sie lieber komponieren als schreiben, müssen Sie ein anderes Medium wählen. Und dass es Ihnen locker von der Hand gehen sollte, ist auch klar. Wenn Sie sich damit rumquälen, wird es nichts werden. Ist nicht schlimm, es muss ja nich jeder bloggen. ;)
  • Ein Blog mit moderner Technik und einem modernen Layout nutzen. Auch klar. ;) Wer lieber mit Tinte und Feder auf Papier schreiben möchte (eine Sache die ich sehr schätze!), wird in der Bloggosphäre nicht viel erreichen. Netzaffinität und moderne Technik sind als ein Muss für angehende Blogger.

    Kostenlose Bloggingsoftware finden Sie hier, moderne Designs (ebenfalls gratis) hier und wenn Sie Hilfe beim Einrichten benötigen, können Sie mich gerne kontaktieren.

  • Mehr oder weniger regelmäßig bloggen. OK. Alle drei Stunden eine tiefschürfende Analyse der Welt oder einen Roman von Dostojewski wird niemand erwarten. Wer nur zu Weihnachten bloggt, wird aber auch nicht viel Erfolg haben. Finden Sie Ihren eigenen Rhythmus, als Faustregel sagt man, dass ein Beitrag pro Woche OK wäre.
  • Ein Thema haben, das andere auch interessieren könnte: Ihre eigene Nische Ja auch das sollte einleuchtend sein. Nehemn wir an, Sie interessieren sich für die Aufzucht einer bestimmten Form von Regenwürmern, die ausschließlich in drei Gemeinden Niederösterreichs vorkommen. Und zwar NUR für GENAU DIESE Regenwürmer. Um mit den anderen drei Spezialisten für diese Regenwurmart kommunizieren zu können, benötigen Sie keinen Blog. Rufen Sie sie an und treffen Sie sich im Café. Treffen im Real Life sollen ja auch ganz nett sein, habe ich gehört. ;) Wenn Sie trotzdem einen Blog zu dem Thema Regenwürmer machen wollen, dann suchen Sie ein Oberthema, in das Ihr Thema hineinpasst. Z. B. die Wichtigkeit der Regenwürmer für die biologische Landwirtschhaft. Bingo. Es gibt Millionen von Leuten, die sich für Biolandbau interessieren. Erklären Sie Ihnen, warum der Regenwurm in der Biolandwirtschaft so besonders wichtig ist und Sie lösen mehrere Probleme gleichzeitig:
    1) Das Hauptthema ist popuär und verbreitet. Es gibt Millionen von potentiellen Lesern.
    2) Durch das Bedienen einer Nische in einem populären Thema zeigen Sie sich als Spezialist und gehen daher nicht in der Masse unter.
  • Interesse am Internet haben Na ja. Klar. Wer sich für das Web nicht interessiert, sollte die Finger vom Bloggen lassen. Das sollte soweit klar sein, ich hab es nur noch mal extra erwähnt, um die Liste vollständig zu haben.

Die zweite Stufe beim Versuch das eigene Blog bekannt zu machen:

OK, jetzt haben Sie also einen Blog, den Sie regelmäßig mit gutem Inhalt füttern. Dann sollten Sie im nächsten Schritt immer die Sozialen Netzwerke mitbedenken und versuchen Leser über Facebook, Gooogle+, Xing, Twitter oder vergleichbaren Diensten zu erhalten. Wie das geht, kann ich jetzt nicht im Detail beschreiben, das würde den Umfang des Artikels doch sprengen. Die Suchmaschine Ihrer Wahl, wird Ihnen aber warscheinlich helfen können, in dem Blog hier habe ich auch bereits mehrere Beiträge dazu verfasst.

Apropos Suchmaschine: Neben den Sozialen Netzwerken sind natürlich die Suchmaschinen sehr wichtig um neue Leser zu kriegen. SEO sollten Sie also immer mitbedenken. Einen Artikel über die Basics zu diesem Thema gibt es hier.

Eine weitere Sache, die Menschen auf die eigene Webseite leitet, sind Gastartikel. Gastartikel werden meist gratis verfasst und mit Ihrem Namen unterschrieben sowie zu Ihrer Webseite verlinkt. Gastartikel haben mehrere Vorteile: Sie können sich auf guten und bekannten Blogs als Spezialist in Ihrer Nische präsentieren, Sie erhalten langfristig hochwertigen Traffic und die Links bringen Sie in den Suchmaschinen nach vorne.

OK. Soweit so gut. Obwohl alle diese Informationen nicht schlecht sind, können Sie sie alle in hundert anderen Blogs auch lesen. Sie sind nicht wirklich neu oder originiell. Die meisten Webseiten zum Thema “das eigene Blog bekannt machen” lassen aber den folgenden Abschnitt aus. Und dieser Teil ist absolut wichtig. Bitte beachten Sie ihn unbedingt!

Und jetzt die wirklich wichtige Information um das eigene Blog bekannt zu machen

Das ist nämlich der Trick, der selten erwähnt wird, weil er so superbanal ist und so vollkommen klar ist. Das Web ist auch nicht anders als das Real Life. So wie Sie im Real Life Kontakte knüpfen, ein Netzwerk aufbauen usw. so ist es auch im Web. A B S O L U T Nur mit dem Unterschied, dass Sie die anderen Personen vielleicht nie persönlich kennen lernen weren, sondern nur per E-Mail kontaktieren. Es macht also überhaupt keinen Sinn, wöchtenlich 1000 Blogs und 2000 Redakteure sowie 3000 “Friends” auf Facebook mit genau der selben Info per Massenaussendung zu beglücken. Nein! Obwohl dies die Vorgangsweise ist, die – mehr oder weniger – immer suggeriert wird: Viele, viele Kontakte… NEIN! Das ist nicht netzwerken, das ist spamen!

Kontaktieren Sie in der selben Zeit lieber drei reale Blogger, deren Artikel Ihnen gefallen, mit interessanten und individuellen Mails. Vereinbaren Sie mit dieser überschaubaren Zahl von Menschen reale Aktivitäten (eine gemeinsame Artikelserie, Gastartikel usw usw.) Und vergrößern Sie langsam aber sicher Ihr Netzwerk. DANN wird ihr Blog auch Erfolg haben.

Hier einige Links, zu anderen Blogsrtikeln zum Thema “das eigene Blog bekannt machen”, die nützlich sein könnten:
Erfolgreich bloggen
Das eigene Blog bekannt machen, Teil 1
Das eigene Blog bekannt machen, Teil 2

Habe ich etwas übersehen? Haben Sie eine Frage? Haben Sie weitere Ideen oder eine persönliche Erfolgsstory? Das Kommentarfeld wartet auf Sie! ;)

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5 Kommentare zu “Das eigene Blog bekannt machen – eine Anleitung

  1. Schöne Zusammenfassung, Raphael!
    Dem Punkt mit nicht zu-spam-en kann ich nur zustimmen. Über individuelle Mails freut sich wohl jeder Blogger. Weniger über auf den ersten Blick sichtbare Massenmails.

    LG, Sonja

  2. Hallo Sonja! @ Spam: Na ja. ;) https://www.raphael-bolius.com/best-of-spam-1/ Wenn alle so lustig wären, wärs ja schön. Der meiste Spam ist aber nur Müll, der mich beim Aussortieren Zeit kostet. ;) Besonders beliebt derzeit: Pseudo-SEO-Angebote. Da dürfte es immer wieder Dumme geben, die darauf reinfallen.

    Allerdings hatte ich vor ca. 15 Jahren mal im ORF (Radio) von einem burgenländischen (!) Mann gehört, der ein Spam-Mail erhalten hat. In dem Mail stand, dass er in der spanischen Lotterie gewonnen hätte und die Bank im Dorf gab ihm dann tatsächlich einen Kredit und hat das Spammail quasi als Sicherheit akzeptiert. ;) Das waren wohl die goldenen Zeiten des Spams, wenn man so sagen darf.

    1. Hallo Raphael,

      jaja, diese SEO-Angebot-Mails kenne ich noch gut aus meiner Zeit als Angestellte – ich bekomme manchmal sogar selber welche. ;) Wobei es oft auch Angebote von “Adwords-Agenturen” sind. Leider fallen darauf gerade Kleinunternehmer, die sich nicht gut in der Materie auskennen, drauf rein.

      Echt wahr? Die Story mit dem Spammail ist ja echt der Hammer! :D

      Liebe Grüße
      Sonja

      1. @ Spammail: Das war – ca. im Jahr 2000 – in den ORF-Nachrichten. Damals war Spam noch etwas weniger bekannt als heute, glaub ich.

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