Der Status Quo
Die Eröffnung des Neuen Blogs ist leider nicht ganz so unglaublich toll, wie es sich der Cyberkapitalist vorgestellt hatte, verlaufen. Seither ist bei Rätselschwein & Co. der graue Alltag wieder eingekehrt. Nach wie vor ist nicht ganz klar, warum die vielen Gäste – immerhin hatte man sie alle zeitgerecht per sms informiert – ausgeblieben sind. Bolius ist in dieser Sache sehr uneinsichtig, und will es nicht zugeben, dass man Madonna wohl kaum auffordern kann, Ihren eigenen Champagner mitzunehmen. Wer mehr Geld habe, sie oder er?, murmelt er immer wieder.
Aber egal. Wir vom Neuen Blog wollen einfach wissen, wie der Status Quo im Neuen Blog ist, deshalb haben wir ein Resümmee vorbereitet:
Die Situation ist wie folgt:
Bolius, der miese Cyberkapitalist, hat seine Frau (Frau Bolius) an Wotan, den einbeinigen Ansichtskartenmaler verlohren. Der berühmte Blick in Wotans Augen war schuld daran, dass Frau Bolius das Weite suchte. Auf der Suche nach ihrer großen Liebe hat sie sich inzwischen mit ihrer besten Freundin, der kuhgesichtigen Anna Przemek verbündet. Die tablettensüchtige Przemek ist Gelegenheitspornofilmproduzentin und versucht ihren Geliebten – er ist vollprofessioneller Pornofilmproduzent – durch Handauflegen von seiner unheilbaren Alkohlsucht zu heilen.
Um das Maß voll zu machen, weigert sich Przimek – seitem Boliussens Frau (Frau Bolius) sich von ihrem rechtmäßigen Ehemann (Herr Bolius) getrennt hat, auch nur ein Wort mit ihm – Bolius – zu wechseln. Ihre mehr als fadenscheinige Begründung lautet, Bolius habe ihr -Przimek – in der letzten Inkarnation am Busen gegrapscht , das verkrafte sie bis heute nicht.
Darko, der schlaue Wunderbär, hat sich auf Rätselschweins Kosten die “Neuen Korsettinseln” erbauen lassen, auf denen es nebst allerhand netten Sexy-Girls, Luxus pur und Zeugs auch ein Spezialitätenrestaurant mit Häppchen von Wal und Seehundbaby gibt. Leider hat Darkos Plan, Greenpeace als Sponsor der Neuen Korsettinseln zu gewinnen, nicht geklappt. Wir sehen: Selbst für erfolgverwöhnte Wunderbären, gibt es dann und wann Rückschläge. Seine Argumentation, dass das Sponsorship für die Ökoorganisation – dringend benötigte – Imagewerte in den Bereichen Sexiness und Coolness erbrächte, wurde nicht akzeptiert.
Rätselschein versucht sich indessen nach wie vor als freiberuflicher Feuerwehrmann. Für diesen Sommer hat er sich auf die Nische der Grillparties spezialisiert. Leider regnet es ununterbrochen, und wenn ein Mal doch ein Grillfest stattfindet, dann geht das Feuer im Griller ohnehin von selbst aus. In seiner spärlichen Freizeit, liest er am liebsten “Das Recht auf Faulheit” von Paul Lafargue. Ansonsten betätigt er sich als Seelentröster für seinen Freund Darko. Der wird nämlich bald seinen fünften oder sechsten Geburtstag feiern (So genau weiss er es selbst nicht.) und beklagt sich über das herannahende Alter. Der stets frohgemute Rätsi – er selbst ist ja bereits der Vergreisung nahe – führt ihm voll Lebenslust vor, dass man auch im hohen Alter noch allerlei Lustiges erleben kann, und macht ihm durch gelegentliche Balletteinlagen Mut.
Der sadomasochistisch veranlagte, schwule Oheim, besser bekannt als “der Schwerhörige” ist der einzige Freund, der Bolius geblieben ist. Bei ihm weint er – Bolius – sich in stillen Stunden aus. Der Schwerhörige rät ihm – während er seine Obstsalatmeditationen durchführt – “Alles zu ficken, was ihm vor die Flinte kommt”, ein Rat, den Bolius – voll von Seelenpein – nicht ohne weiteres akzeptieren kann. Laut Frau Bolius – seiner Exfrau – leidet er ohnehin an “sexueller Inkompetenz” – und ist extrem neidig, dass Darko ihm immer wieder die tollsten Girls wegschnappt. “Von einem Stoffbären im Kampf um ein Burgfräulein besiegt zu werden, ist wohl eine schlimme Schmach für einen Ritter!” murmelt er häufig.
Nieselpriem, wir alle kennen ihn ja als den “freundlichen Briefträger Nieselpriem” hat sich inzwischen von Frau Przemeks verrücktem Guru in die Kunst des Handauflegens einweihen lassen. Der Guru wohnt in einer baufälligen Garage am Stadtrand von Zagreb und ist eigentlich professioneller Rolette-Spieler. Seitdem er – Nieselpriem – den Guru kennt, ist er der Ansicht, sein tägliches Brot besser verdienen zu können, wenn er – Nieselpriem – “gelegentlich” “irgendwelchen Typen, die es zwickt” die Hand auflegt. Er sieht diese verantwortungsvolle Tätigkeit sehr locker. Dass es sich bei den angesprochenen “irgendwelchen Typen” übrigens meist um Frauen mit Modellmaßen handelt, ist Darko, der die ganze Angelegenheit mit Adleraugen beobachtet, nicht verborgen geblieben.
Da Nieselpriem das Handauflegen – abhängig von der Oberweite – meist am Busen beginnen läßt, wird er häufig in unliebsame Komplikationen verwickelt. Die vereinzelten Schrammen und blauen Augen, die ihm die Damen vermachen, versuchte er durch besonders geschickt angebrachtes Makeup zu vertuschen .
Tja, so stehen die Dinge bei uns im Neuen Blog. Wir werden Sie – verehrte Leserinnen und Leser – mit Sicherheit auf dem Laufenden halten!

