Der schlaue Wunderbär und das neue Türschild 2. Teil

Die Vorgeschichte:
Seit über einer Woche ist Bolius bereits aus seinem eigenen Blog ausgesperrt. Seit Darko, der schlaue Wunderbär, das Schild an der Eingangstür ausgewechselt hat (der Blog berichtete) kann er – obschon er de facto der Blogbesitzer ist – nicht den Blog betreten. Über drei Jahre müsste er noch warten, bis er legal das Türschild passieren kann, das Darko in seiner grenzenlosen Gemeinheit angebracht hat. Dann wäre er 45 und hätte wieder alle Rechte im eigenen Blog….

Wie es weitergeht:
Bolius ist verzweifelt; 3 Jahre kann er keinesfalls vor der Türe warten! Voll Gram läuft er vor seinem Eigentum auf und ab und rauft sich die wenigen noch verbliebenen Haare. Er weint, er bettelt, er schluchzt. Aber Darko der Wunderbär ist durch nichts zu erweichen. Das Türschild bleibt. Von drinnen schneidet er Grimassen in Richtung des Cyberkapitalisten und bringt Bolius durch das Ausführen obszöner Gesten zum Erröten.

Ganz besonders schlimm wird die Sache dadurch, dass Darko – er hat ja selbst noch lange keine 45 Jahre auf dem Buckel – jeden Tag den Blog mit einer anderen Gespielin durch die Hintertür betritt. Auch die Mädels, die er in den Blog mitnimmt, haben keinesfalls das korrekte Alter; die meisten sind wohl nicht ein Mal 18 Jahre alt! Aber Darko kennt eben die richtigen Tricks.

Bolius hat bereits alles versucht: Zuerst hat er geplant den Wunderbär auszuspionieren, um ihm das Geheimnis des geheimen Hintereingangs abzuluchsen. Aber das ging nicht. Der schlaue Wunderbär war wohl zu schlau um sich austricksen zu lassen.

Auch der Versuch Darko betrunken zu machen um ihn auf diese Art zum Reden zu bringen hat nicht geklappt. Am Ende des Abends lag Bolius stockbesoffen am Boden des trendigen Szenelokals, das der Wunderbär als Treffpunkt ausgesucht hatte und Darko verließ den „ours amoureux“ mit den drei knapp bekleideten Kellnerinnen im Schlepptau.

Schließlich gab Bolius auf und rief die Polizei. Als rechtmäßiger Blogbesitzer hätte er durchaus das Recht seinen eigenen Blog zu betreten – so seine Argumentation. Und auch wenn er noch keine 45 Jahre alt wäre, könnte er mit Unterstützung der Exekutive durchaus sein Recht durchsetzen. Ein Bataillon Polizisten – natürlich alle über 45 Jahre alt und am besten beritten – und die Sache wäre geritzt!

Doch weit gefehlt! Die lokale Polizeibehörde nahm sein Anliegen offensichtlich nicht besonders ernst, denn es kamen keine Polizisten. Weder berittene noch sonst irgendwelche. Wer schließlich kam, das war lediglich der freundliche Briefträger Nieselpriem. Auf Bolius’ Frage, ob er – Nieselpriem – denn neuerdings Polizist geworden sei, denn er – Bolius – kenne ihn – Nieselpriem – eben lediglich als Briefträger, antwortete Nieselpriem lakonisch, dass er – Nieselpriem – nach wie vor bei der Post angestellt sei. Allerdings nicht mehr als einfacher Briefträger, sondern als Oberpostmeister. Uniform sei aber in jedem Fall Uniform und so könnte wohl auch er – der freundliche Oberpostmeister Nieselpriem – diesen Fall aufnehmen. Sprachs; machte sich eine knappe Notiz in sein Oberpostmeisterpostbüchlein; und ging wieder weg.

Bolius wird sich wohl was überlegen müssen.

Share

Leave a Reply