Der neue Untermieter
Sorgenumwölkt wälzt sich Bolius, der Cyberkapitalist, in seinem Bett; Finanznöte plagen ihn und rauben ihm Nacht für Nacht den Schlaf. Obschon die Einnahmen aus dem Blogbusiness als gigantisch angesehen werden, hat Bolius allen Grund zur Unruhe. Vieles läuft nicht rund in seinem Leben. Das Kunstwerk hat noch immer nicht den vorgesehenen Marktwert erreicht, Superbank, Camorra und Jakuza die das aufwendige Projekt finanziert haben, wollen ihre Investitionen zurück. Ach wenn Darko nur wüsste, dann verstünde er die Boliusschen Nöte viel besser!
Plötzlich. Eine vage Idee schwirrt durch Boliussens Kopf. Gabs da neulich nicht irgendetwas Interessantes in der Zeitung? Irgendwas mit einer Spinne? Der Cyberkapitalist grübelt und grübelt bis es ihm einfällt. Ja, das war die Geschichte mit der Spinne. Vielleicht ist das die Lösung der Finanzprobleme?
Wenn er nur ein Ohr finden könnte, das er an eine Spinne vermieten könnte. Dann wäre ihm leichter. Wieviel Miete würde so eine Spinne wohl zahlen, um komfortabel in einem Ohr wohnen zu können? Und wer würde ihm wohl ein Ohr leihen? Der sensible Rätselschwein vielleicht? Ja, der würde seine Nöte wohl verstehen. Oder Darko? Nein, Darko hat Bolius nie verstanden. Es auch gar nicht versucht. Willi, der hyperintelligente Delphin? Nein, Fische haben wahrscheinlich keine Ohren. Außerdem sind Delphine keine Fische und Spinnen leben ohnehin nicht gerne im Wasser. Schwere Gedanken umwölben den Boliusschen Geist während er im traumlosen Schlaf versinkt.
Ob es wohl Wasserspinnen gibt? Gute Nacht. Endlich ist er eingeschlafen.

