Archive for the ‘Was sich so tut in Boliussens und Räselschweis Leben’ Category

Ein russisches Weihnachtsmärchen

Mittwoch, Oktober 20th, 2010

Raphael BoliusArtikel posted vom Bolius
Natascha und Anatevka – zwei reizende, platinblonde und junge Dinger mit ordentlich Silikon vor der Hütte gehen in den Wald um Pilze zu sammeln. Wie sie so durch den Wald spazieren kommen die beiden plötzlich auf eine Lichtung an deren anderem Ende sich ein schnuckeliges, kleines Holzhäuschen befindet. Im Inneren scheint ein gemütliches Feuerchen zu brennen, denn Rauch kommt aus dem Schornstein der Hütte. Alles erweckt den Eindruck von großer Behaglichkeit und so beschließen die beiden an der Türe zu klopfen. Wichtig für das Verständnis der Geschichte ist es übrigens, dass sich die beiden Tussen im Wald verlaufen haben und keine Ahnung mehr haben, wo sie sich gerade befinden. Handy weg, kein Navi mehr… Sieht ziemlich Scheisse aus für die beiden Trullas, die das erst Mal in ihrem Leben einen Wald betreten haben. Vielleicht hätte sie sich auch was Ordentliches anziehen sollen und hätten besser auf die Highheels verzichtet. Wer braucht schon Pfennigabsätze beim Pilzesammeln? Das ist jetzt mal so ein Hinweis des Redakteurs, damit die Leser wissen, wo es langgeht bei diesem russischen Wintermärchen.

Ein freundlich gelaunter, kleiner Stoffbär öffnet die Türe und lächelt die beiden Besucherinnen verschmitzt an. “Ach meine Täubchen” sagt Darko – so heißt der freundliche Stoffbär – “Was hat euch beide denn wohl hierher gebracht?”

Anatevka – sie hat immerhin in Moskau Kommunikationswissenschaften studiert und weiss wie man mit freundlichen Stoffbären umgeht, wenn man sie zufälliger Weise im Wald trifft. Also Anatevka sagt gar artig: ” Mein lieber Herr Bär. Wir sind zwei hübsche, junge Dinger und haben uns im Wald verlaufen. Haben sie – verehrter Herr Bär – vielleicht ein Tässchen Tee für uns arme, verwirrte Kinder?”

Der Herr Bär überlegt kurz, dann bittet er die beiden rein. Dann sagt er zu ihnen: “Klar hab ich ein Tässchen Tee. Ihr könnt aber auch was zum Kiffen haben, oder Pornovideos mit mir schauen. Hab eine ganze Menge davon für die vielen einsamen Stunden im Wald. Hehe.”

Die ganze Sache kommt wie es kommen muss: Der Herr Bär vergnügt sich mit den beiden Schwestern und alle haben viel Spass. Die Party geht so lange gut, bis die beiden Schwestern schwanger werden und dicke Bäuche bekommen. Dann ist der Herr Bär plötzlich weg und die beiden blöden Trutschen sind wieder auf sich alleine gestellt. Na ja, selber Schuld, wer in den Wald geht und nicht die Pille nimmt. Aber das ist nicht das Thema der Geschichte. Das Thema der Geschichte sind nämlich viel mehr die grauenhaften und traurigen Umstände mit denen sich Natascha und Anatevka alsbald konfrontiert sehen. Kaum sind die beiden nämlich zurück in Moskau, beginnt ein unbeschreiblich anstrengendes Hickhack, das damit endet, dass die Fürsorgebehörde sie an den Zoo verweist. Das nachvollziehbare Argument der Behörde ist, dass sie für Kinder von Bären nicht zuständig sei. Der Zoodirektor wiederum meint, dass Stoffbären nichts in seinem Zoo verloren hätten und weisst jede Verantwortung von sich.

Allerdings räumt er ein, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte. Die beiden Damen bleiben über Nacht im Bett des Herrn Direktors. Man vergnügt sich, dann kommt die Frau des Direktors völlig überraschend von einer abgesagten Dienstreise nach Hause und Teller werden geworfen. Lösung zeichnet sich keine ab. Schließlich verweist der Zoodirektor die beiden Schwestern an die Moskauer Filiale von ToysRus. Der Leiter der Filiale des US-amerikanischen Spielwarenhändlers streitet aber ab, dass seine – politisch vollkommen korrekten – Stofftiere jemals Sex mit Minderjährigen haben würden. Und selbst hätten sie Sex mit Minderjährigen, dann schon gar nicht mit zweien gleichzeitig. Allerdings räumt er ein, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte. Die beiden Damen bleiben über Nacht im Bett des Herrn Filialleiters. Man vergnügt sich, dann kommt die Frau des Filialleiters völlig überraschend von einer abgesagten Dienstreise nach Hause und Teller werden geworfen. Lösung zeichnet sich keine ab.

Monate später: Die beiden Trullas haben inzwischen je ein Bärenkind zur Welt gebracht. Die beiden kleinen Bären sind quietschvergnügt und lebenslustig. Auf der Straße pfeifen sie allen Mädels hinterher. Wenn sich eine beschwert, machen sie auf unschuldig und stellen sich im Kinderwagen schlafend. Die beiden Mütter werden vom Direktor des staatlichen Rundfunks eingeladen. Vielleicht könnte man in einer landesweiten Fernsehsendung den aktuellen Aufenthaltsort des weissen Bären ermitteln. Experten vermuten ihn in Nordsibirien, auf Google-Maps haben sie ein Foto eines schnuckeligen Holzhäuschens mit Silokonlager vor der Hütte entdeckt. Der Direktor ist der Meinung, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte….

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Der Ausflug ins Harz:

Donnerstag, September 2nd, 2010

Raphael BoliusArtikel posted vom Bolius

Ein wunderschöner Ausflug ins Harz hätte es werden sollen. So hatte ihn der Cyberkapitalist Bolius – sie kennen ihn wahrscheinlich als den bösen und gemeinen Cyberkapitalisten Bolius – angekündigt. Fünf Jahre Blog, das wäre doch wohl ein Grund zum Feiern, sagte er anlässlich der 5-Jahresfeierlichkeiten zum 5. Jahrestag der Blogbegründung. „Mit Grillen?“ Fragte der immer hungrige Rätselschwein und Bolius antwortete: „Ja mit Grillen!“.

Am denkwürdigen 18. August sollte aber dann doch alles ganz anders kommen. Sie hätten es eigentlich wissen müssen, die Blogbewohner. Denn wer fährt denn schon mit der S-Bahn von Berlin ins Harz? Eine seltsame Sache….

Am 18. August packte der bösartige und gemeine Cyberkapitalist sie alle in eine Plastiktasche. Alle Stofftiere wurden reingequetscht, da gab es kein Erbarmen. Dann musste der dicke Rätselschwein die Tasche schultern und auf ging es nach Neukölln. Endlich angekommen, entließ der bösartige und gemeine Cyberkapitalist endlich seine Untermieter und ehe sie sich noch umsehen konnten, sagte er ihnen: „Hier sind wir jetzt bei Hartz IV. gelandet. Das soll euch ein abschreckendes Beispiel sein. Denn wenn ihr weiterhin keine Miete zahlt, dann werde ich so arm werden, wie diese Menschen hier.“ Sprachs und blickte tränenden Auges zu einer Gruppe von verwahrlosten Obdachlosen, die bereits um 8h früh ihr Bierfrühstück feierten.

Der gute Rätselschwein versuchte noch einzulenken und brachte das Thema Grillen auf. Doch der Cyberkapitalist antwortete lakonisch: „Ach ja, die Grillen. Gehen wir in einen Park, dort schlagen sie sicher Krach, die Grillen.“

Kein Wunder, dass abends alle Welt enttäuscht in den Blog zurückkehrte. Der Ausflug ins Harz war tatsächlich kein Vergnügen gewesen.

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Unterwasserkino mit Haien

Samstag, Juli 10th, 2010

Raphael BoliusArtikel posted vom Bolius

Unterwasserkino mit Haien, ein Dialog:

- Hi Darko!
- Hi Rätsi!

(…Schweigen…)

- Sag mal was machst denn du heute bei der Affenhitze?
- Ich geh ins Freiluftkino, wahrscheinlich.
- Schön. Was schaust du dir denn an?
- “Busengirls drei” oder so. Magst mitkommen?
- Nein Danke. Freiluftkino ist nicht so sehr mein Fall. Ich hab was gegen die Gelsen*
- Hättes wohl lieber Unterwasserkino, nicht wahr?
- Unterwasserkino?
- Na klar, im Unterwasserkino gibt es keine Mücken. Die ersaufen dort alle. Hehe. (lacht)
- Ja, Mücken gibts dort vielleicht nicht. Aber wahrscheinlich Haifische.
- Pah…. Ich kenne niemanden, der im Kino vom Haifisch verschluckt worden ist.
- Hast auch wieder recht.

(…Schweigen…)

- Aber du sag mal. Ist das nicht total blöd im Unterwasserkino, wenn man atmen will? Also ich kann nicht die ganze Zeit die Luft anhalten. Stell dir mal vor: “Vom Winde verweht” dauert vier Stunden glaub ich. Das schaff ich nie.
- Kein Problem, die haben Schnorchel dort.
- Und das Popcorn wird nicht nass?
- Nicht wenn es imprägniert ist.
- Tatsächlich?
- Tatsächlich.

(…Schweigen…)

.- Trotzdem… Kino ist nicht so mein Ding… Vieleicht ein anderes Mal.
- Schade.

(…Schweigen…)

- Also bis dann.
- Ja, bis dann!

—————————-
Gelsen: Ein verbaler Austrizismus, Mücken für deutsche Leserinnen und Leser.

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Warum der Sowjetkommunismus untergehen mußte

Donnerstag, April 1st, 2010

Raphael BoliusArtikel posted vom Bolius

(Der Beitrag wurde von der Ronald Reagan Memorial Foundation unterstützt.)

Wir befinden uns im Jahr 2213. Das Raumschiff “CCCP-Gagarin” durstreift fremde Welten auf der Suche nach fremden Welten und neuen Lebensformen. Plötzlich unterbricht ein Alarm die ruhige und entspannte Stimmung an Bord. aus den Lautsprechern schnarrt es unheilvoll: “ROTER ALARM, ROTER ALARM, WIR NÄHERN UNS EINEM BEWAFFNETEN RAUMSCHIFF DER BORG! ICH WIEDERHOLE: ROTER ALARM, ROTER ALARM, WIR NÄHERN UNS EINEM BEWAFFNETEN RAUMSCHIFF DER BORG!”

In dieser Krisensituation verlagert sich unser Blick auf die Brücke:
- Kapitän Bolius (äußerst verwundert) “Ja Kreuzteufel nochmals! Weiß denn irgendjemand hier was das bedeuten soll: “Roter Alarm”? ”
- Erster Offizie Darko (sehr pflichtbewußt): “Käptn, ich habe offen gestanden keinerlei Ahnung. Aber rot ist die Farbe des Fortschritts. Ich schlage vor wir fliegen weiter und fragen die Borgs, was es mit dem “Roten Alarm” denn so auf sich hat. Oder soll ich eventuell in den Handbüchern nachsehen, Käptn? ”
- Kapitän Bolius (entspannt): “Ach lassen sies Darko. Sie haben recht. Rot ist die Farbe des Fortschritts. Voller Schub voraus!”

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Beim Onlinefriseur

Dienstag, März 30th, 2010

Raphael BoliusArtikel posted vom Bolius

Sehr geehrter Herr Onelinefriseur. Ich bin international tätiger Cyberkapitalist und reise aufgrund meiner vielfältigen und komplexen Geschäftsverbindungen sehr häufig. Seit Jahren quält mich daher das Problem der unterschiedlichen Friseure und damit verbundenen Frisurqualitäten der einzelnen Städte. Aufgrund Ihres freundlichen Angebotes, das ich über die Suchmaschine Google gefunden habe, bin ich jetzt aber wirklich erleichtert. Sätze wie: „Wo immer Sie gerade sind, Ihr Friseur ist stets bei Ihnen. http://www.der-onlinefriseur.com“ sprechen mir eben einfach aus der Seele. Endlich hat meine Suche ein Ende. Ich bitte Sie mir daher eine kurze Anleitung wie Ihre Seite zu nutzen ist, zu übersenden.

Hochachtungsvoll!
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Hi Raphi!
Schön, dass Du meine Seite gefunden hast. Einfach 100 € überweisen und du kriegst den Freischaltcode. Ist wirklich einfach.
See you!
Dein Ohnlinefriseur

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Danke für Ihre prompte Antwort. Trotzdem habe ich noch einige Fragen an Sie:
1)Auf der Webseite habe ich gesehen, dass Sie 10 unterschiedliche Frisurtypen anbieten. Die Angebote gehen Bob vom Modell Andre Agassi bis hin zum Modell Bob Marley. Wenn ich jetzt z. B. Das Modell Bob Marley wähle, aber kürzere Haarte habe, als Bob Marley. Was passiert dann?
2)Was passiert, wenn ich ein bestimmtes Modell wähle. Kriege ich dann nur den Haarschnitt verpasst, oder sehe ich komplett aus wie der entsprechende Typ. (Wäre mir z. B. Beim Modell Westerwelle sehr peinlich.)
3)Wie funktioniert denn da Ganze überhaupt? Ich verstehe nicht, wie Sie online Haare schneiden können. Meiner Meinung nach, müßte ich doch dann mit den Kopf in den Bildschirm rein. Aber wie komme ich da wohl rein?
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Westerwelle

Hi Raphi!
Klar, du suchst dir irgendeinen Typ aus und drückst den „go“ button. Die Haare werden vollautomatisch auf die Länge des entsprechenden Typen verkürzt, aber niemals verlängert. Außerdem mach dir keine Sorgen. Du wirst sicher nicht wie Westerwelle aussehen. Es geht nur um die Haare, der Rest bleibt. Überweise einfach 100 Euro und du kannst ein Jahr lang – überall auf der Welt (!) – in meinen Salon kommen.

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Ich habe jetzt 100 Euro an Sie überwiesen, bitte senden Sie mir den Freischaltcode!
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Hi Raphi!
Der Code lautet: T-R-O-T-T-E-L
Gruß

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Ich habe den Code benutzt, und ein Modell ausgewählt. Trotzdem habe ich keinen Effekt bemerkt. Bitte sagen Sie mir, was ich falsch gemacht habe.
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Ich verstehe das Ganze leider nicht. Ich habe alle Modelle der Reihe nach ausprobiert, aber es hat nicht geklappt. Habe ich vielleicht den falschen Code erhalten?
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Neulich war ich sicher das grundsätzliche Problem erkannt zu haben. Das Schneiden der Haare kann natürlich nicht funktionieren, solange sich der Proband außerhalb des Bildschirms befindet. Ich habe daher den Kopf in den Bildschirm gesteckt und das passende Modell gewählt. Leider wieder erfolglos. Allerdings habe ich mir bei der Platzierung des Kopfes im Bildschirm erhebliche Verletzungen zugezogen. Teilweise wurde ich genäht. Ich finde Ihr System offen gestanden nicht wirklich ausgereift.
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

Sehr geehrter Herr Onlinefriseur!
Bitte antworten Sie mir doch endlich!
Hochachtungsvoll
Raphael Bolius
(Cyberkapitalist)

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Herz, was begehrtst du mehr?

Mittwoch, Januar 27th, 2010

Unser netter Gastautor Klaus Werner, hat uns freundlicherweise ein bissl was geschrieben, das wir mal hier reinstellen. Eigentlich erschienen ist der Text ja in dem hübschen Bildband “Grimmling” mit der attraktiven ISBN: 3-86104-016-06. Wer also jetzt voll angeturnt ist und unbedingt alles lesen möchte, sollte sofort in die nächste Buchhandlung rasen und sich das ganze Teil reinziehen. Aber hier mal ein kleines Appetithäppchen aus dem großen Ganzen:

Herz, was begehrtst du mehr?
Grimmlings Werke stoßen uns in einen Zustand einer seltsamen Befangenheit: Schatten der Gewalt belagern die Hügel des Fleisches. Und was auch immer aus den Wunden des zugerichteten Wesens herausspringt, rechnet uns eine Schuld an. Grimmlings aggressive Zerstückelung der Erinnerung können den Künstler nur solange schonen, wie er die anderen mitbelasten kann. Doch wir bleiben stumm. Vorwürfe sind nicht eben populär. Deine Sache, meine nicht. [...]

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Der Wasserkocher Teil II

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Gierig, lüstern begehrlich. Das sind die Blicke, die Bolius in diesen Tagen aussendet. Und obschon der Cyberkapitalist nur allzu gerne das Unschuldslamm spielt, wissen wir Blogleser es genau: Bolius – der Durchtriebene, der Ränkeschmied, der notorische Tunichtgut – kann wohl wieder ein Mal den Hals nicht voll kriegen: Diesmal ist der “Wasserkocher Chamäleon” das Objekt seiner Begierde. Nervös schleicht er seit Tagen um den Bildschirm. Wenn er nur wüsste, wo er die 19 Euros und 95 Cent für besagten Wasserkocher wohl herkriegen soll. Und außerdem gibt es da sicherlich auch noch die ärgerlichen Portokosten… Tagträume quälen ihn: Wenn diese verdammten Stofftiere nur endlich mal ihre Miete zahlen würden. Hei ho, was für Dinge er – Bolius – sich da wohl leisten könnte… (Mit entrücktem Blick und prüfenden Auges geht Bolius die Liste der Anschaffungen durch: Da wäre sicherlich vieles zu kaufen. Nicht nur dieser Wasserkocher…Das Häuschen in der Provence, die lange ersehnte Yacht, der private Überschalljet…)

Aber nichts da; keiner zahlt… und wie gerne hätte der Cyberkapitalist doch wenigstens farbenfroh die Wunschtemperatur erreicht! Ein wahrer Jammer!

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Der Weihnachtsfilm

Montag, Dezember 14th, 2009

Seit dem großartigen Erfolg des netten und unterhaltsamen Familienfilms “Der Mann mit dem Arsch im Gesicht” (DMMDAIG) hatte der Cyberkapitalist keinen wirklichen Triumpf mehr an den Kinokassen feiern können. Und selbst dieses denkwürdige Ereignis ist jetzt bereits mehrere Jahre her. Seither verzehrt sich Bolius – von einem inneren Zwang angetrieben – um an den einstigen Erfolg wieder anknüpfen zu können. Doch bis jetzt ist ihm nichts Vergleichbares mehr eingefallen.

“Ein Weihnachtsfilm… Ein netter, unterhaltsamer Weihnachtsfilm, so wie DMMDAIG seierzeit…” seufzt er betrübt. “Vielleicht DMMDAIG-2?”

Noch sind es 10 Tage bis Weihnachten. Also ausreichend Zeit um den einstigen Erfolg wiederholen zu können. Obschon… der Film ist noch nicht gedreht; Idee ist auch noch keine vorhanden. Aber hätte er erst mal die Idee, dann wäre alles Weitere ein Klacks! Irgendwas mit Schweinegrippe vielleicht… Fuzzilisa könnte das Grippevirus spielen. Und Darko gibt den Helden, der die Welt vor dem Virus rettet. Plötzlich wacht Bolius auf. Die Idee! Kommt die – seit Ewigkeiten erwartete – Idee? Hastig spinnt er den Faden weiter: Rätselschwein – Darkos bester Freund – er ist elendiglich am Virus zugrundegegangen! Ja, genau, das muss es wohl sein. Und damit die Weihnachtsstimmung aufkommt, ist Rätsi eben der Weihnachtsmann. Klar! Der Weihnachtmann im Totenbett. Von Grippeviren dahingerafft! Was für eine Metapher für den morschen, überreifen Kapitalismus, der doch so knapp vor dem Zusammenbruch steht.

Aber wie gehts weiter? Darko schwört Rache… Alles klar! Heureka!!! Im Kopf des Cyberkapitalisten beginnen sich feine, nahezu eingerostete Rädchen zu drehen… Der Held. Darko. Er stürmt das Hauptquartier der Vereinten Nationen. Blind vor Wut, voll der Rache! Am Sterbebett hat er dem Weihnachtsmann (Rätselschwein) versprochen ihn zu rächen. Er wird die UNO-Vollversammlung zur Geisel nehmen. Spitze! Die Idee, die lang ersehnte Idee ist hier!!! Der Cyberkapitalist jubelt.

Doch das ehedem so präzise Uhrwerk des genialen Autors ist eingerostet. Die Ideen fließen nicht mehr wie damals als er noch ein junger und unternehmungslustiger junger unternehmungslustiger Heissporn war…. Was passiert dann? Er grübelt.

Die Vollversammlung in Geiselhaft, von einer tötlichen Ladung Grippeviren in Schach gehalten. Und Fuzzilisa – sie soll ja eines der Viren spielen – hat ihren großen Auftritt. Was will sie uns sagen? Was wohl? Ein spannender Moment für die Welt… Von allen wichtigen Fernsehstationen live übertragen. Aber dem Cyberkapitalisten fällt nicht mehr ein. Lustlos sinkt er in sich zusammen. Die idee, die er für einen kurzen Moment in den Händen zu halten glaubte, entgleitet ihm wieder.

Eine einzige Möglichkeit gäbe es vielleicht noch um das Projekt doch noch zu retten. Er könnte Fuzzilisa, fragen, wie sie ihre Rolle anlegen würde. Was könnte das Virus im entscheidenden Moment der Weltöffentlichkeit mitteilen? Oder vielleicht hat das Virus eine Frage an die Welt? Ja vielleicht… Bolius fragt Fuzzilisa, ob sie eine Idee hätte, was sie – in der Rolle des Virus – die Welt wohl fragen könne. Aber Fuzzilisa enttäuscht ihn maßlos. Nach dem aktuellen Nagellackmuster aus Paris würde sie die Welt wohl fragen, meint sie. Und wie so ein Virus wohl die Fingernägel lackiert hätte, würde sie gerne wissen. Und ob die Farbe des Nagellacks an Händen und Füßen übereinstimmen soll. Denn immerhin wolle sie doch brillieren in der Rolle des Virus. Also wären solche Fragen wohl angemessen…

Bolius ist enttäuscht. Nein “enttäuscht” ist viel zu milde. Er ist entsetzt! Er resigniert! Er weint. Wer solche Stofftiere als Mieter hat, der braucht wahrlich keine Feinde mehr. Wieder verfällt er in seine wohlbekannte Lethargie.

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Der neue Wasserkocher

Sonntag, November 8th, 2009

Im Bolius sein Blog ist – wir haben es ja bereits mehrfach erwähnt – Schmalhans Küchenmeister. Übrigens: Falls wir es doch noch nicht erwähnt haben, dann tun wir es sicherheitshalber jetzt. Also: In Bolius sein Blog ist Schmalhans Küchenmeister. Und um noch einen draufzumachen hat Bolius neulich seinen Wasserkocher ins Wasserkochernirvana befördert, indem er ihn auf die glühende Herdplatte stellte und aus dem einstmals so stolzen Gerät wurde ein Plastiksee mit eingespregselten Anteilen von Elektroschrott.

Der finanzielle Schaden, der durch diese unpassende Manipulation entstand, ist natürlich enorm und das Blog steht jetzt kurz vor dem finanziellen Bankrott. Doch Bolius läßt sich von solchen Schicksalsschlägen und Wirrnissen keinesfalls stoppen. Seit diesem historischen Vorfall geht er jetzt jeden Morgen in die nahe gelegene Mediamarkt-Filiale und kauft einen Wasserkocher. Nachdem er seinen morgendlichen Tee zubereitet hat, gibt er den Wasserkocher – unter Zuhilfenahme äußerst fadenscheiniger Argumente – wieder zurück. Dialoge ähnlich diesem spielen sich in der Filiale ab:

B(olius): Guten Tag, mein Name ist Bolius, ich möchte einen Wasserkocher zurückgeben.

V(erkäufer Nieselpriem): Äh, ja… wenn Sie meinen. Was issn diesmal nicht in Ordnung?

B: – Also wissen Sie… Der XA404 hat wirklich eine schreckliche Performance. Im Prospekt steht, dass er ein Liter Wasser in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 Grad bringt. Ich habe das nachgemessen. Es waren in Wirklichkeit 4,6 Sekunden. Sie verstehen, dass ich dieses Gerät keinesfalls kaufen kann.

VN: – Ja, klar…. (nach einer kurzen – mit Grübeln verbrachten – Pause) Vielleicht wollen Sie heute mal den KZ-93-U8 ausprobieren?

B (nahezu erschrocken) : Nein, keinesfalls! Der KZ-93-U8 kommt mir nicht ins Haus. Der sieht ja wie ein Sexspielzeug für Ausserirdische aus! Nein, nein! Die Ästhetik, die ist mir schon sehr wichtig! (dann in weiterer Folge aber enthusiastisch): – Könnte ich aber vielleicht den HB-3044-XL ausprobieren? Ich habe in “Wasserkocher Dailys” gelesen, dass er neuerdings mit 10.000 kW/h ausgeliefert wird. Das würde ich gerne mal testen.

VN: – Ja klar, da drüben steht er. Aber Sie können ihn nur mitnehmen., wenn Sie eine Lizenz zum Betrieb eines privaten Atomkraftwerks besitzen. Er funktioniert nämlich mit einem kleinen, eingebauten AKW. Darf ich bitte vorher Ihre Lizenz überpüfen?

… wir vom Blog, wir ziehen uns jetzt von diesem äußerst sinnentleerten Gespräch zurück. Wir wollen mit solchen Possen nichts zu tun haben. Wir vom Blog sind nämlich wirklich seriös…

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Das Kabelhandy, eine Pressemeldung

Montag, Oktober 26th, 2009

Schwere Zeiten auch für Cyberkapitalisten. Nach dem auch der ehemals miilionenschwere Blogbesitzer Bolius in der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise gehörig Federn lassen musste (Insider sprechen von Milliardenverlusten im einst so lukrativen Blogbusiness!) muss auch er gehörig sparen. Anstatt des neuen i-phones wird es im Boliusschen Blog zukünftig nur noch so genannte Kabelhandys geben.

Bolius sieht die Entwicklung gelassen und meint in seiner aktuellen Presseaussendung, dass der unnötige Einsatz von konventionellen Mobilfunkgeräten ohnehin mit einer Vielzahl von Nachteilen verbunden sei. (Belastung durch Mikrowellenstrahlung etc.) Auf die Frage von Mobilfunk-Insidern, ob er – Bolius – jetzt in Auto oder U-Bahn immer mit einer überdimensionalen Kabeltrommel ausgerüstet wäre, schwieg Bolius unter heftigem Erröten so hartnäckig, dass die Pressekonferenz zum Thema Kabelhandys abgebrochen werden musste.

Berichte, dass ein weisser Stoffbär aufgrund von unkontrollierbaren Lachkrämpfen in das Berliner Krankenhaus Charité eingeliefert worden sei, weißt der Pressesprecher des Boliusschen Blogs zurück. Darko sei wohlauf und jederzeit im Ours Amoureux anzutreffen.

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