Ein russisches Weihnachtsmärchen
Mittwoch, Oktober 20th, 2010
Artikel posted vom Bolius
Natascha und Anatevka – zwei reizende, platinblonde und junge Dinger mit ordentlich Silikon vor der Hütte gehen in den Wald um Pilze zu sammeln. Wie sie so durch den Wald spazieren kommen die beiden plötzlich auf eine Lichtung an deren anderem Ende sich ein schnuckeliges, kleines Holzhäuschen befindet. Im Inneren scheint ein gemütliches Feuerchen zu brennen, denn Rauch kommt aus dem Schornstein der Hütte. Alles erweckt den Eindruck von großer Behaglichkeit und so beschließen die beiden an der Türe zu klopfen. Wichtig für das Verständnis der Geschichte ist es übrigens, dass sich die beiden Tussen im Wald verlaufen haben und keine Ahnung mehr haben, wo sie sich gerade befinden. Handy weg, kein Navi mehr… Sieht ziemlich Scheisse aus für die beiden Trullas, die das erst Mal in ihrem Leben einen Wald betreten haben. Vielleicht hätte sie sich auch was Ordentliches anziehen sollen und hätten besser auf die Highheels verzichtet. Wer braucht schon Pfennigabsätze beim Pilzesammeln? Das ist jetzt mal so ein Hinweis des Redakteurs, damit die Leser wissen, wo es langgeht bei diesem russischen Wintermärchen.
Ein freundlich gelaunter, kleiner Stoffbär öffnet die Türe und lächelt die beiden Besucherinnen verschmitzt an. “Ach meine Täubchen” sagt Darko – so heißt der freundliche Stoffbär – “Was hat euch beide denn wohl hierher gebracht?”
Anatevka – sie hat immerhin in Moskau Kommunikationswissenschaften studiert und weiss wie man mit freundlichen Stoffbären umgeht, wenn man sie zufälliger Weise im Wald trifft. Also Anatevka sagt gar artig: ” Mein lieber Herr Bär. Wir sind zwei hübsche, junge Dinger und haben uns im Wald verlaufen. Haben sie – verehrter Herr Bär – vielleicht ein Tässchen Tee für uns arme, verwirrte Kinder?”
Der Herr Bär überlegt kurz, dann bittet er die beiden rein. Dann sagt er zu ihnen: “Klar hab ich ein Tässchen Tee. Ihr könnt aber auch was zum Kiffen haben, oder Pornovideos mit mir schauen. Hab eine ganze Menge davon für die vielen einsamen Stunden im Wald. Hehe.”
Die ganze Sache kommt wie es kommen muss: Der Herr Bär vergnügt sich mit den beiden Schwestern und alle haben viel Spass. Die Party geht so lange gut, bis die beiden Schwestern schwanger werden und dicke Bäuche bekommen. Dann ist der Herr Bär plötzlich weg und die beiden blöden Trutschen sind wieder auf sich alleine gestellt. Na ja, selber Schuld, wer in den Wald geht und nicht die Pille nimmt. Aber das ist nicht das Thema der Geschichte. Das Thema der Geschichte sind nämlich viel mehr die grauenhaften und traurigen Umstände mit denen sich Natascha und Anatevka alsbald konfrontiert sehen. Kaum sind die beiden nämlich zurück in Moskau, beginnt ein unbeschreiblich anstrengendes Hickhack, das damit endet, dass die Fürsorgebehörde sie an den Zoo verweist. Das nachvollziehbare Argument der Behörde ist, dass sie für Kinder von Bären nicht zuständig sei. Der Zoodirektor wiederum meint, dass Stoffbären nichts in seinem Zoo verloren hätten und weisst jede Verantwortung von sich.
Allerdings räumt er ein, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte. Die beiden Damen bleiben über Nacht im Bett des Herrn Direktors. Man vergnügt sich, dann kommt die Frau des Direktors völlig überraschend von einer abgesagten Dienstreise nach Hause und Teller werden geworfen. Lösung zeichnet sich keine ab. Schließlich verweist der Zoodirektor die beiden Schwestern an die Moskauer Filiale von ToysRus. Der Leiter der Filiale des US-amerikanischen Spielwarenhändlers streitet aber ab, dass seine – politisch vollkommen korrekten – Stofftiere jemals Sex mit Minderjährigen haben würden. Und selbst hätten sie Sex mit Minderjährigen, dann schon gar nicht mit zweien gleichzeitig. Allerdings räumt er ein, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte. Die beiden Damen bleiben über Nacht im Bett des Herrn Filialleiters. Man vergnügt sich, dann kommt die Frau des Filialleiters völlig überraschend von einer abgesagten Dienstreise nach Hause und Teller werden geworfen. Lösung zeichnet sich keine ab.
Monate später: Die beiden Trullas haben inzwischen je ein Bärenkind zur Welt gebracht. Die beiden kleinen Bären sind quietschvergnügt und lebenslustig. Auf der Straße pfeifen sie allen Mädels hinterher. Wenn sich eine beschwert, machen sie auf unschuldig und stellen sich im Kinderwagen schlafend. Die beiden Mütter werden vom Direktor des staatlichen Rundfunks eingeladen. Vielleicht könnte man in einer landesweiten Fernsehsendung den aktuellen Aufenthaltsort des weissen Bären ermitteln. Experten vermuten ihn in Nordsibirien, auf Google-Maps haben sie ein Foto eines schnuckeligen Holzhäuschens mit Silokonlager vor der Hütte entdeckt. Der Direktor ist der Meinung, dass – wenn die beiden Damen über Nacht blieben – sich eventuell eine Lösung abzeichnen könnte….



